Eicifa – Geschichte

Eicifa – Geschichte

Rudolf Eichenberger hatte seit 1864 mit Rudolf Burger in Burg die spätere „Burger Söhne AG“ geführt. Am 7.2.1872 begründete er im benachbarten Menziken zusammen mit Johannes Eichenberger die Cigarrenfabrik „Eichenberger & Cie“, die schon bald 70 ArbeiterInnen beschäftigte.
1922 beschloss er seine Produkte direkt ab Fabrik zu verkaufen, nicht nur um die Preise niedrig zu halten, sondern vor allem, um einen persönlichen Kontakt zu seinen Kunden und Kundinnen herzustellen und Ihren Wünschen möglichst optimal entsprechen zu können.
 

Im Jahre 1943 übernahm Rudolfs Sohn Oskar Eichenberger das Unternehmen, und führte - nach der Heirat mit seiner Frau Edith Eichenberger im Jahre 1962 - zusammen das Unternehmen zum Erfolg.
Die Strategie des Direktversandes, sollte sich bewähren. Nach dem zweiten Weltkrieg belieferte die Firma bereits gegen zehntausend Kunden, und sie ist eines der wenigen Unternehmen der schweizerischen Tabakindustrie, die sich bis heute im Markt behaupten konnten.
Die Cigarren werden zwar nicht mehr in Menziken selber produziert, der Verkauf aber erfolgt immer noch exklusiv vom Stammsitz aus. Und nach wie vor bildet die enge Beziehung zu den Kundinnen und Kunden die Grundlage für den Erfolg des Unternehmens.
Weiteres betreffend Firmengründung siehe hier
 

Edith und Oskar Eichenberger


Es wird heute unter dem Namen Eicifa (= Eichenberger – Cigarrenfabrik) von Edith Eichenberger und Ihren Töchtern Jacqueline und Caroline Eichenberger weitergeführt. Eine Seltenheit im sonst eher von Männern dominierten Tabakgewerbe.
 Edith Eichenbergern mit ihren zwei Töchtern Jacqueline und Caroline

Jacqueline und Caroline Eichenberger sind mit Cigarren und dem feinen Duft nach Tabak aufgewachsen. „Hier liegen unsere Wurzeln - wir sind auch stolz auf die Leistung unserer Eltern und der traditionelle Familienbetrieb liegt uns sehr am Herzen. Wir können voll dahinterstehen, denn eine Cigarre ist für uns ein Naturprodukt und um diese zu geniessen benötigt es Ruhe und Muse.

Gerade in einer hektischen Zeit, wo alles schnell gehen muss ist dieses "sich Zeit nehmen" Balsam für unsere Seele. Denn alles was wir bewusst und mit Freude geniessen, verbreitet eine Atmosphäre in der Lebensqualität, Freundschaft und Entspannung gedeihen können.

 

Eicifa Genuss seit 1872

 

Eicifa Räume anno dazumal 

 
Ein Stück Schweizer Zigarren Geschichte

Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts sind wohl um die dreihundert Cigarrenfirmen entstanden und wieder erloschen. Sie produzierten in verschiedenen Regionen, so etwa im Waadtland und im Tessin. Aber nirgends existierten so viele Tabak verarbeitende Fabriken auf engstem Raum wie im aargauischen Wynen- und Seetal.

Einen steilen Aufschwung erlebte die Tabakindustrie im Aargau gegen Mitte des 19. Jahrhundert, praktisch gleichzeitig erlitt die Baumwollbranche einen besonders heftigen Einbruch. 1857 wurden im Kanton 15 Tabakfabriken gezählt, die zusammen 6800 Zentner Rohtabak verarbeiteten. Schon bald war die aargauische Cigarrenindustrie mit 1400 Beschäftigten das zweitgrösste Produktionszentrum der Schweiz nach der Region Biel/Seeland/Waadt. Und am Ende des 19. Jahrhunderts befand sich fast die Hälfte der schweizerischen Tabakfabriken im Kanton Aargau.

Neben den klassischen Kopfcigarren stellten die Schweizer Fabriken seit etwa 1850 ein Produkt her, das als besonders schweizerisches Tabakerzeugnis gilt und vor allem als die Cigarre des kleinen Mannes berühmt wurde: die Bouts oder Stumpen, die in einem aktuellen deutschen Cigarrenbrevier als „die Cigarren der Eidgenossen“ beschrieben werden.

Das "Stumpenland" im Süden des Kantons Aargau und im angrenzenden Luzerner Hinterland lebte hier vom Erfolg der Tabakindustrie und litt mit ihrem "Untergang".

Das berühmte "Stumpenland" vom Aussichtspunkt Homberg 
aargautourismus

 

In der ausgeprägten Nachkriegskonjunktur verzeichnete der Export einen starken Anstieg, der aber abflachte, als nach 1920 die ausländische Konkurrenz wieder einsetzte.
Der Import von Fertigfabrikaten nahm in der Folge zu und die fiskalische Belastung in der Schweiz wurde grösser.

Während in den meisten Gewerben die Mechanisierung der Arbeit schon seit Jahrzehnten im Gang war, beruhte die Tabakverarbeitung noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem grossen Teil auf Handarbeit.

Dies war unter anderem darauf zurückzuführen, dass Maschinen zur Herstellung von Cigarren steuerlich so stark belastet wurden,  dass sich ein Einsatz kaum lohnte. Erst ab den 50er Jahren begann sich die maschinelle Verarbeitung weitgehend durchzusetzen. Wickelstrangmaschinen wurden angeschafft, und in den 60er Jahren folgten die Überrollmaschinen.

Doch auch durch gross angelegte Rationalisierungsmassnahmen war der allmähliche Niedergang nicht aufzuhalten. Die grosse Zeit der Stumpen war vorbei.

Zunehmend machte der Cigarrenindustrie auch die Konkurrenz durch die Zigarette zu schaffen, die sich während des Ersten Weltkrieges rasch verbreitet hatte und sich vor allem bei der jüngeren Bevölkerung immer grösserer Beliebtheit erfreute. Sie passte wohl besser in die schnelllebige Zeit.
Eine Welle von Betriebsschliessungen, Übernahmen und Fusionen war die Folge.

Die letzten produzierenden Firmen des Stumpenlandes, die überlebt haben sind „Burger Söhne AG“ in Burg, Villiger Söhne AG in Pfeffikon, sowie einige kleinere wie die Eicifa Eichenberger & Cie in Menziken.


 

     

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